Black Book – der Film

blackbook„Black Book“ ist ein Film aus dem Jahr 2006. Produziert wurde das Kriegsdrama in den Niederlanden, der für seine Hollywood-Blockbuster bekannte Holländer Paul Verhoeven übernahm die Regie bei „Black Book“. Für den bekannten Regisseur war es nicht nur nach einer 6-jährigen Schaffenspause der erste Film, zugleich ist „Black Book“ auch nach mehr als 30 Jahren erstmals wieder ein von ihm in Europa verwirklichtes Projekt. Der Kriegsfilm erhielt mehrere Auszeichnungen und Nominierungen namhafter Filmpreise, darunter auch eine Nominierung für den Oscar als bester ausländischer Film.

Wie viele andere jüdische Mitmenschen sieht auch Rachel nur den Ausweg durch Flucht aus Nazi-Deutschland

In der deutschen Hauptstadt Berlin ist die jüdische Revue-Sängerin Rachel Stein (Carice van Houten) ein gefeierter Star. Doch als Jüdin wird es unter den Nazis immer gefährlicher für sie und so entschließt sie sich zusammen mit ihrer Familie für die Flucht. Das führt die Familie zunächst in den von den Deutschen besetzten Norden des Landes. Mithilfe eines Bootes wollen sie in den freien Süden der Niederlande gelangen, doch der Plan wird von einer scheinbar zufälligen Wehrmachts-Patrouille vereitelt. Bis auf Rachel kommen sämtliche Flüchtlinge einschließlich ihrer Eltern ums Leben. Unbemerkt gelingt ihr als Einzige die Flucht in den sicheren Süden Hollands. Hier gibt sie sich als Ellies de Vries aus und schließt sich dem niederländischen Widerstand an, um so ihre Eltern zu rächen. Der Plan ist, sie bei den Nationalsozialisten unerkannt einzuschleusen und so die Befreiung von rund 40 Widerstandskämpfern vorzubereiten. Dabei kommt sie dem deutschen SS-Offizier Hauptsturmführer Ludwig Müntze (Sebastian Koch) näher.

Trotz ihrer Vorgeschichte verliebt sich Rachel in einen deutschen SS-Offizier

Im Gegensatz zum brutalen Vorgehen der SS verabscheut der Deutsche dieses soldatisch unwürdige Vorgehen zutiefst. Sicher spielt das mit eine Rolle, dass sich Rachel in den SS-Mann verliebt. Dann kommt es zu der Befreiungsaktion der Widerstandskämpfer, die jedoch kläglich scheitert. Außerdem gerät die attraktive Jüdin in einen immer größer werdenden Zwiespalt. Sie fühlt sich Ludwig Müntze tief verbunden, hat dabei aber das Gefühl, dadurch dem niederländischen Widerstand nicht mehr gerecht zu werden. Es gelingt ihr zunächst nicht, sich für eine Seite zu entscheiden, letztendlich ergreift sie jedoch mit dem Deutschen zusammen die Flucht. Zwischenzeitlich haben die alliierten Streitkräfte die Niederlande befreit und können auch Rachel Stein mit Ludwig Müntze stellen. Einige Mitglieder der Widerstandsgruppe bezichtigen sie des Verrats und bringen sie so ins Gefangenenlager für Nazi-Kollaborateure, während Müntze sofort standrechtlich erschossen wird. Hier verhilft hier ein anderer ehemaliger Widerständler, Hans Akkermans (Thom Hoffman), zur Flucht. Doch im späteren Verlauf offenbart er seine wahren Absichten und ein schreckliches Geheimnis.

Black Book ist mehr als nur ein weiteres Antikriegsfilmdrama über den Zweiten Weltkrieg

Paul Verhoeven hat nicht nur einfach ein Kriegsdrama aus der Nazizeit gedreht. Vor allem hat er zahlreiche Fäden in die heutige Zeit gesponnen. So kommt es in den englischen Originaltexten zu Zitaten, die wir bereits von einem amerikanischen Präsidenten kennen, der sein Land in den Irakkrieg führte. Dabei geht es um Anspielungen, dass mit Terroristen keine Zusammenarbeit erfolgt. Auch die im Film gezeigten Foltermethoden weisen starke Parallelen zu bekannt gewordenen Folterskandalen unserer heutigen Zeit auf. Das bewegt den Zuschauer durchaus zum Nachdenken, dass es doch einige Dinge gibt, die sich anscheinend auch in freien Demokratien niemals zu ändern scheinen. So ist „Black Book“ nicht nur als Antikriegsfilm in Bezug auf den Zweiten Weltkrieg zu verstehen, sondern mahnt auch unser Verhalten im Hier und Jetzt zu mehr Menschlichkeit an.